Umrüstung auf LiFePO4:
Lithium-Batterie im Hymer B-Klasse Modern Comfort

Unser Strom-Setup: Von AGM zu 280 Ah LiFePO4
Unser Hymer B-MC T 600 wurde ab Werk mit nur einer 90 Ah AGM-Wohnraumbatterie ausgeliefert. Für uns war das allerdings ein Glücksfall: So hatten wir von Anfang an die Freiheit, eine Stromversorgung ganz nach unseren eigenen Vorstellungen zu realisieren.
Besonders froh waren wir darüber, dass nicht das werkseitige HYMER Smart-Battery-System (die Kombination aus AGM und LiFePO4) verbaut war. Dieses Hybrid-System hat zwar seine Daseinsberechtigung, ist in unseren Augen jedoch zu proprietär und bietet ein überschaubares Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem blockiert es den gesamten Bauraum im Doppelboden.
In Rücksprache mit der Werkstatt unseres Vertrauens liessen wir beim Umbau auf die LPG-Tankflaschen direkt auch die Batterie austauschen. Unsere Wahl fiel auf eine ULTIMATRON LiFePO4 mit 280 Ah. Der grosse Vorteil: Diese Batterie nutzt nur etwa ein Drittel des zur Verfügung stehenden Batteriefachs im Doppelboden. Den gewonnenen Restplatz nutzen wir seither perfekt für die Unterbringung unserer Schneeketten.
Fazit nach 3 Jahren Dauerbetrieb
Nach mehr als drei Jahren im Dauereinsatz können wir sagen: Die Kapazität ist für uns absolut auf den Punkt kalkuliert. Wir hatten bisher noch nie einen Stromengpass. Unser Gedanke bei der Planung war stets, dass wir dank des freien Platzes jederzeit problemlos eine zweite Batterie nachrüsten könnten – das war bisher jedoch schlicht nicht nötig.
Selbst im Winter konnten wir problemlos mehrere Tage autark stehen, ohne auf Landstrom angewiesen zu sein.
Das Upgrade: Solaranlage & Kompressorkühlschrank
Vor etwas mehr als zwei Jahren haben wir das System um eine Solaranlage (Infos dazu findest Du hier) erweitert. Seitdem ist das Thema Stromversorgung selbst in den dunkleren Monaten komplett vom Tisch. Ein schönes Beispiel: Im Winter standen wir in Sizilien eine volle Woche autark an einem Strand – nach sieben Tagen war die Kapazität noch immer nicht erschöpft.
Inzwischen haben wir auch den Absorber-Kühlschrank gegen einen effizienten Kompressor-Kühlschrank getauscht (Infos dazu findest Du hier). Trotz des zusätzlichen täglichen Strombedarfs sind wir noch nie an Leistungsgrenzen gestossen.
Natürlich hängt das stark vom persönlichen Reiseverhalten ab. Wir stehen selten länger als eine Woche am selben Fleck. Während der Fahrt sorgt unser 70 A Ladebooster für eine schnelle Nachladung der Batterie. Bei Standtagen übernimmt die Solaranlage.
Unser Resümee
Wir haben für unser Reiseverhalten das rundum perfekte Strom-Setup gefunden!
Quick-Facts
Set-up auf einen Blick
Batterie:
ULTIMATRON LiFePO4 280 Ah (mit integriertem BMS & Bluetooth)
Ladebooster:
70 A (für schnelle Ladung während der Fahrt)
Erweiterung 1:
Solaranlage (nachgerüstet nach ~1 Jahr)
Erweiterung 2:
Kompressor-Kühlschrank (ersetzt den werkseitigen Absorber)
Platzgewinn:
Batteriefach zu 2/3 frei → Perfekt genutzt für Schneeketten
Know-How
Warum wir auf das werkseitige Hymer-Hybridsystem verzichtet haben
Flexibilität:
Standard-LiFePO4-Komponenten lassen sich bei Bedarf herstellerunabhängig tauschen oder erweitern.
Platzersparnis:
Ein einziges 280 Ah LiFePO4-Gehäuse nimmt nur den Bruchteil des Bauraums eines gemischten AGM/Lithium-Blocks ein.
Preis-Leistung:
Der Kapazitätsgewinn pro investiertem Franken liegt bei einer reinen LiFePO4-Nachrüstung oft deutlich höher.
Wann reicht dieses Setup – und wann nicht?
Für wen passt dieses Setup?
Ideal für:
- Camper, die häufig den Ort wechseln (Batterie lädt via 70 A Ladebooster rasch wieder auf).
- Autarkes Stehen problemlos bis zu 7 Tagen (auch im Winter dank Solar-Unterstützung).
- Betreiben moderner Verbraucher wie Kompressorkühlschrank, E-Bike-Lader oder Laptop.
Wann braucht man mehr?
- Wenn regelmässig stromintensive 230V-Geräte über Wechselrichter laufen (Kaffeemaschine, Induktionskochfeld, Föhn) – hier lohnt sich ggf. der Einbau einer zweiten 280 Ah Batterie im freien Fach.
